Bücher zu Weihnachten verschenken: 10 Ideen

Alle Jahre wieder fragen wir uns, was wir unseren Liebsten zu Weihnachten schenken sollen. Als Leseratte tut man sich da für gewöhnlich recht leicht: Man verschenkt natürlich Bücher!
Aber welches Buch schenkt man wem? Manchmal ist es gar nicht so einfach, den Geschmack zu treffen. Hilfreich ist es natürlich immer, sich zu überlegen, womit der/ die zu Beschenkende sich gerne beschäftigt und welche Vorlieben er/sie hat.
Hier liste ich 10 Bücher auf – Geschenkideen beispielsweise für Reiselustige, Hobby-Schriftsteller oder Paris-Liebhaber. Vielleicht ist ja die eine oder andere Anregung dabei. 🙂

Weihnachtsgeschenke-verpackt

1.    Für diejenigen, die an langen Winterabenden vorm Kamin schmökern wollen

Lew Tolstoi: Anna Karenina

Ein Klassiker, den viele entweder schon gelesen oder wenigstens als Film gesehen haben. Anna Karenina hat mich, als ich es vor ein paar Jahren gelesen habe, stark beeindruckt. Weniger die tragische Liebesgeschichte zwischen Anna und Wronski, sondern vielmehr das großartige Porträt einer Familie und der Gesellschaft im Russland des ausgehenden 19. Jahrhunderts hat Anna Karenina zu einem ganz besonderen Leseerlebnis für mich gemacht. Ein lebendiger, mitreißender und feinfühliger Roman, der perfekt dafür ist, am knisternden Kaminfeuer* gelesen zu werden! Vielleicht kennt ihr ja jemanden, der Anna Karenina noch nicht gelesen hat?

* (So man denn so glücklich ist und einen Kamin hat. Kerzenbeleuchtung und eine Kuscheldecke sind aber auch nicht schlecht…)

2.    Für Fans englischer Kriminalromane

C. S. Forester: Tödliche Ohnmacht

Eigentlich hat Forester seine Krimis schon in den 1930ern Jahren geschrieben. Tödliche Ohnmacht aus dem Jahr 1935 galt über Jahrzehnte hinweg als verschollen. Erst 2002 tauchte der Roman bei einer Auktion bei Christie’s wieder auf. Ich fand diesen Krimi ungemein spannend zu lesen. Forester zeichnet eine eindringliche Milieu-Studie und lässt den Leser die Enge des Londoner Vorstadt-Lebens in den 1930er Jahren nachempfinden. Zugleich leidet und fiebert man mit der Heldin Marjorie bis zum Ende mit… Ein sehr englischer Krimi, im besten Sinne!

3.    Für alle, die demnächst eine Reise planen

Die Piper-„Gebrauchsanweisungen“ für verschiedene Reiseziele, von Argentinien bis Neuseeland, sind das ideale Buchgeschenk für alle Reisefreudigen. Gerade wer einen längeren Auslandsaufenthalt plant, freut sich über Landeswissen in solch kompakter und zugleich unterhaltsamer Form. Ich habe vor meinem Auslandssemester in Buenos Aires die „Gebrauchsanweisung Argentinien“ von Christian Thiele gelesen. Die Lektüre hat mir nicht nur die Geschichte und wesentliche politische Eckdaten nähergebracht, sondern auch ein gewisses Gespür für die Eigenheiten des Landes und seiner Gesellschaft vermittelt.

4.    Für alle Möchtegern-Schriftsteller, die demnächst eine Reise planen

Hanns-Josef Ortheil: Schreiben auf Reisen.

Eine Anleitung zum kreativen Schreiben. Der Autor versammelt zahlreiche kreative Ansätze zum Ausprobieren. Wie halte ich das, was ich um mich herum beobachte, in Schriftform fest? Worin liegt der verborgene Reiz des Alltäglichen oder der unscheinbaren Dinge am Wegesrand? Wie führe ich ein Reisenotizbuch? Was ist der Unterschied zwischen einem Reisebericht und einer Reiseerzählung – und wie gehe ich am besten an die Sache heran?
Diese Schreibwerkstatt in Buchform dürfte all jene erfreuen, die gern ihren Blick fürs Detail schulen wollen und Spaß an Kreativität und dem Schreiben haben.

5.    Für notorische Bibliophile

Carlos María Dominguez: Das Papierhaus

Über diese kurzweilige Erzählung über die Gefährlichkeit von Büchern und übergroßer Büchervernarrtheit habe ich ja bereits gebloggt. Ich denke, dieses kleine Buch stellt eine Bereicherung in der Bibliothek aller passionierter Büchersammler und lesewütigen Bücherwürmer dar!

6.    Für Freundinnen und Freunde schnoddrig-melancholischer Lyrik

Gedichte von Mascha Kaléko

Die Gedichtsammlung „Mein Lied geht weiter“ von Mascha Kaléko ist das Buch, das ich bisher am häufigsten verschenkt habe! Erst gestern habe ich mich in einer Buchhandlung wieder dafür entschieden… Ich bin ja keine ausgesprochene Lyrik-Liebhaberin, aber Kalékos Gedichte möchte ich einfach all meinen Freunden ans Herz legen. Sie können alles sein – ironisch, spitzfindig, melancholisch, tragikomisch. Ihr lyrisches Ich ist mal einsames Herz, mal schnoddriges Berliner Bürofräulein, mal frustrierte Ex-Geliebte. Eine tolle deutsch-jüdische Dichterin, die ich unbedingt empfehlen kann!

7.    Für Parisfans – oder für Leute, die wissen wollen, wer da eigentlich heuer den Literaturnobelpreis abgesahnt hat

Irgendein Buch von Patrick Modiano

Ich muss zugeben: von Modiano habe ich bisher noch nichts gelesen. Und hatte seinen Namen bis zur Bekanntgabe des diesjährigen Literaturnobelpreises nie gehört. Gleichwohl steht er seitdem weit oben auf meiner Lese-Agenda. Besonders zum Café der Verlorenen Jugend zieht es mich hin – vermutlich wegen des melancholische Titels und weil ich die Pariser Cafés (wie Kaffeehäuser im Allgemeinen) sehr romantisch finde. Modiano selbst hat ja einmal gesagt, er habe den Eindruck „seit 45 Jahren dasselbe Buch zu schreiben“. Es ist also vielleicht ganz egal, welches seiner Werke man verschenkt: Es geht immer um Paris und Protagonisten, die durch seine Straßen irren.
Seine Bücher liegen seit der diesjährigen Nobelpreisbekanntgabe stapelweise in den Buchhandlungen und sind somit leicht zu bekommen. Auch wer sich erst an Heiligabend entscheidet, ein Buch zu verschenken, muss hier nur zugreifen und kann dann bei der Bescherung als kultivierter Beschenker glänzen.

8.    Für katzenliebende Parisfans

Auf Samtpfoten durch Paris

Dieses Buch ist mir auf der diesjährigen Münchener Bücherschau ins Auge gestochen. „Zu Besuch bei den Katzen der schönsten Brasserien, Hotels und Boutiquen“ lautet der Untertitel dieses hübschen Buches. Die Vorstellung, dass es in Paris so viele Orte gibt, an denen Katzen wie selbstverständlich zum Inventar gehören, gefiel mir richtig gut. Und neben tollen Fotos bietet dieser Band auch Einblicke in das Pariser Leben jenseits der Touristenpfade. Der Knesebeck-Verlag sagt auf seiner Website: Die unwiderstehlichen Katzen in diesem Buch führen den Leser auf einer einzigartigen Tour durch die französische Hauptstadt, die er durch die Augen der Katzen ganz neu entdeckt.
Ein schönes Geschenk für Paris-Fans, nicht nur solche mit Schwäche für Samtpfoten!

9.    Für katzenliebende Kunstfans

Katzen

Dieses Bilder-Buch habe ich bereits in meinem Blog-Post „3 Lieblinge“ vom 30. November vorgestellt. Es ist das ideale Geschenk für alle Katzenfreunde. Besonders dann, wenn sie sich auch noch für Kunst interessieren und wissen wollen, welche Rolle(n) Katzen auf Gemälden von der Renaissance bis zur Moderne gespielt haben. Das Schöne an diesem Buch: Man kann ewig darin blättern und entdeckt mitunter verborgene und faszinierende Details selbst auf Bildern, die man schon gut zu kennen glaubt.

10. Für abwechslungsliebende Kurzgeschichten-Leser

T.C. Boyle, Wild Child

Boyles Kurzgeschichten gefallen mir insofern ausgesprochen gut, als sie sich alle stark voneinander unterscheiden. Die Schauplätze, die Charaktere, die Schicksalswendungen – jede Geschichte erscheint frisch und neuartig, keine ist wie die vorige. Bei anderen Kurzgeschichten-Autoren habe ich oft das Gefühl, immer wieder eine neue Variation derselben Geschichte zu lesen oder es stets mit denselben Protagonisten zu tun zu haben. Bei Boyle hatte ich dieses Gefühl nicht. Mein Fazit: Sehr lesenswert!
(Die Kurzgeschichten aus dem Band Wild Child sind leider noch nicht vollständig ins Deutsche übersetzt.)

 

IMG_7239 (2)Warum ich gerne Bücher verschenke

Weil…

  • …ein Buch ein sehr persönliches Geschenk ist – viel persönlicher als ein Paar Socken oder eine Küchenmaschine.
  • … die Beschenkten merken, dass ich mir Gedanken über sie gemacht habe, über ihren Lese-Geschmack, ihre Vorlieben, ihre Interessen.
  • … die beschenkte Person das Buch im Idealfall nicht mit einem unachtsamen „Oh wie toll“ zur Seite legt, sondern sich noch eine ganze Weile damit beschäftigt: Socken kann man auf den ersten Blick für schön oder hässlich befinden, ein Buch erst nach genüsslichem Darin-Blättern, dem Überfliegen der ersten Sätze… und der Lektüre selbst.
  • … ich durchaus darauf spekuliere, dass ich mir das Buch selbst einmal ausleihen kann. 😉

 

❤ Ich wünsche euch besinnliche letzte Adventstage und frohe Weihnachten! ❤

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