Nahreisen: Alltägliches neu entdecken

Ein Leben ohne zu reisen kann ich mir nicht vorstellen. Ich liebe es einfach, Neues zu entdecken, fremde Kulturen kennenzulernen, neuen Menschen und Sichtweisen zu begegnen. Genauso spannend finde ich es aber, vertraute Orte neu zu entdecken – zum Beispiel meine Heimatstadt ab und an mit neuen Augen zu sehen. In meinem heutigen Post mache ich mir dazu Gedanken.rote-Fensterläden

Neuer Blick auf das Nahe, Alltägliche

Man muss gar nicht immer in die Ferne reisen. Auch auf das Nahe, ganz Nahe, kann man neue Perspektiven gewinnen, wenn man genau hinsieht und sich darauf einlässt.

Zum Beispiel, wenn ich in der Stadt unterwegs bin und an einer Touristengruppe vorbeigehe, die ein Häuserensemble oder eine alte Kirche anstaunt: dann stelle ich mir vor, wie diese Menschen wohl das wahrnehmen, was für mich Alltagskulisse und altbekannt ist.

Auch der Besuch von Freunden sorgt dafür, dass ich meinen Blick für das vermeintlich Alltägliche schärfe. Wenn ich ihnen Sehenswürdigkeiten zeige, die ich eigentlich schon in- und auswendig kenne, bekomme ich dank ihrer Fragen und Bemerkungen plötzlich wieder ein neues Bewusstsein dafür.

  • Was weiß ich eigentlich über das Gebäude, an dem ich regelmäßig mit dem Fahrrad vorbeifahre?
  • Wie und von wem wurde die Stadt überhaupt gegründet?
  • Warum heißt die kleine Gasse so und nicht anders?
  • Wie alt ist dieser Brunnen und welcher Künstler hat ihn gestaltet?

usw.

Wisst ihr, was ich meine?

Auf Motivsuche: Als Fotografin neue Details im Altbekannten finden

Ein weiteres Beispiel: Wenn ich als Fotografin durch meine Heimatstadt gehe, auf Motivsuche mit meiner Spiegelreflexkamera, dann nehme ich die Häuser und Gassen, den Fluss, die Hügel und Menschen plötzlich ganz anders wahr: Ich gehe dann mit wacherem, aufmerksamerem Blick durch die Straßen und bemerke Details, die mir sonst verborgen bleiben (eine Rose, die an einer Hausfassade emporwächst, eine Madonnenfigur in einer Mauernische, das intensive Braunrot einer Ziegelmauer).

Rabindranath Tagore sagte in diesem Sinne:

Ich stelle mir bisweilen vor, wenn ich durch die Straßen gehe, ich sei ein Fremder, und erst dann entdecke ich, wieviel zu sehen ist, wo ich sonst achtlos vorübergehe.

(Dieses und andere Reise-Zitate findet ihr übrigens auch in diesem Post.)

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