Foto-Stadtführung durch Landshut

Lange hatte ich mich auf diesen Termin gefreut – gestern Vormittag war es dann soweit: 4,5 Stunden war ich auf Foto-Stadtführung in Landshut unterwegs, organisiert von Foto Petzold. Was ich dabei alles gelernt habe, lest (und vor allem: seht!) ihr hier. Heute gibt’s besonders viele Fotos, Fotos, Fotos!

Schaufenster-Spiegelung

Eigentlich wollte ich heute mal wieder ein „literarisches“ Thema bringen und euch von einem der Bücher erzählen, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Aber da ich von meiner Foto-Tour so begeistert war, muss die Literatur warten und ich erzähle und zeige euch lieber, was ich gestern alles Tolles ENTDECKT habe, nämlich Funktionen meiner Kamera ebenso wie Motive und historische Besonderheiten meiner Heimatstadt Landshut.

Der Ablauf der Foto-Stadtführung

Kurz vor neun Uhr trafen wir fünf Teilnehmer und unsere Foto-Tour-Führer uns im Foto-Laden Petzold in der Schirmgasse. Ein paar Formalitäten, fachmännische Inspektion unserer Kameras – und schon starteten wir gutgelaunt unsere Stadtführung der besonderen Art.

An verschiedenen Stationen erzählte uns die Stadtführerin Sieglinde Brams-Mieskes unterhaltsame Fakten zur Stadtgeschichte von Landshut. Im Anschluss zeigte uns der erfahrene Fotograf Hans Pollner allerhand Tricks und Kniffe mit der Spiegelreflexkamera. Etwa, welche Perspektiven man einnehmen kann, um den Bildaufbau interessanter zu gestalten, was es mit Blende und Belichtungszeit auf sich hat oder welche „Extras“ es für Fotografen gibt (z.B. spezielle Filter).

Was ich gelernt habe…

… über die Handhabung meiner Spiegelreflex-Kamera

Vor allem kameratechnisch habe ich heute allerhand dazugelernt:

An den manuellen Modus hatte ich mich nie getraut. Dabei habe ich immer gerne mit den Funktionen meiner Kamera gespielt und herumexperimentiert, aber das „M“ hatte ich bisher gescheut wie der Teufel das Weihwasser. Laut Hans Pollner ist das aber nicht ungewöhnlich – viele Leute beließen es nach dem Kamerakauf beim Automatik-Modus, um ja nichts falsch zu machen!

Ich war also bisher in guter Gesellschaft – aber ich muss sagen, seit heute bin ich richtig begeistert über den manuellen Modus. Blende und Verschlusszeit per Hand einzustellen hat halt schon sein Gutes. Das Drehen am Rädchen hat mir richtig Spaß gemacht, sobald den Effekt einigermaßen heraushatte. Allerdings muss ich zugeben, dass es wohl noch eine ganze Weile dauern wird, bis ich wirklich sicher in der Wahl der richtigen Einstellungen bin. Für „schnelle“ Fotos, etwa im Urlaub, werde ich wohl (vorerst) weiterhin lieber „P“ & Co. wählen…

… über die Stadt Landshut

Ich kenne die Geschichte meiner Heimatstadt an und für sich recht gut – dem Grundschul-HSK-Unterricht sei dank. Stadtgründung 1204, die drei „Reichen Herzöge“ im 15. Jahrhundert und so. Aber vieles vergisst man halt oder könnte es selbst nicht wirklich sicher wiedergeben. Sieglinde Brams-Mieskes frischte meine Erinnerung heute auf – und erzählte sehr sympathisch und kurzweilig die geschichtlichen Hintergründe von Stadtgründung, mittelalterlicher Stadtplanung oder Herzog Ludwig und seiner Residenz…

Interessant fand ich, dass die Biegung, die die Landshuter Altstadt zu ihren beiden Enden hin (Dreifaltigkeitsplatz bzw. Heilig-Geist-Kirche) macht, wohl bewusst von den mittelalterlichen Stadtarchitekten eingesetzt wurde. So entstand ein besonderer optischer Effekt: Die Altstadt wirkt nicht wie die lange Straße, die sie ja eigentlich ist, sondern gewinnt den Charakter eines (sehr langgestreckten) Platzes. Denn am Ende scheinen Häuser den Abschluss zu bilden – in Wirklichkeit stehen sie allerdings nur in der leichten Kurve, die die Straße macht.

Zur Illustration ein altes Foto (aufgenommen zur Zeit der Landshuter Hochzeit 2013). Lasst euch nicht von den Menschenmassen beirren – im Hintergrund erkennt man genau die Kurve der Altstadt vor Hl. Geist – als ob es dort nicht mehr weiterginge:

Altstadt während Landshuter Hochzeit 2013

Dass die Schirmgasse nichts mit Schirmen zu tun hat, sondern mit den Stadt-„Schergen“, hatte ich auch nicht mehr auf dem Schirm. Im Mittelalter hatten hier nämlich die Schergen, die Landshuter Stadtpolizei, ihr Quartier.

Die Kanonenkugel in der Fassade der Martinskirche war mir bisher auch entgangen.

Und dass das Karstadt-Gebäude am Ländtor 1963 einen Architekturpreis gewonnen hatte, weil es sich so gut in das historische Stadtbild mit seinen Ziegelbauten einfügte, hatte ich zwar irgendwann schon mal gehört, aber längst wieder vergessen.

Entdeckungen in der Heimat

Ich habe heute mal wieder am eigenen Leib erfahren, dass man auch in der eigenen Heimat, die man ja vermeintlich so gut kennt, sehr viel (wieder-)entdecken kann. Man muss einfach mit offenen Augen und offenem Geist durch die Straßen laufen. Und auch einfach mal das Besondere im Alltäglichen suchen. Darüber habe ich ja erst vor kurzem in diesem Blogpost philosophiert.

Und jetzt: Meine Fotos

Nun möchte ich euch aber einige Highlights der heutigen Foto-Tour nicht länger vorenthalten.

Fotografiert habe ich übrigens mit meiner Canon EOS 1100D.

Das Wetter war ja leider nicht so toll: grau, bewölkt, Regenschauer, diffuses Licht. Aber wahre Meisterfotografen stört das nicht – blauer Himmel ist was für Hobby-Knipser! 😉 Noch dazu wurden wir durch tolle Motive entschädigt – im schönen Innenhof der Stadtresidenz fand nämlich ein Keramikmarkt statt. Und schmucke Marktstände der Schwaiger gibt’s samstags sowieso in der Altstadt.

Voilà:

Hans Pollner zeigte uns einige Tricks mit Spiegelungen. Ob Schaufenster oder Auto – immer gibt es einen tollen Effekt:

Häuser spiegeln sich im Auto

Da hat’s gerade geschauert – aber die Regentropfen machen sich eigentlich ganz gut…

Ich liebe ja Spiegelungen. Aber bisher habe ich mich vor allem an Wasserflächen gehalten. Die Idee mit dem Auto ist so simpel – und so genial!

Die nette Marktfrau ließ sich mitsamt ihrem Stand porträtieren:

Weiter ging es zur Stadtresidenz, vom lebenslustigen Herzog Ludwig X. im 16. Jahrhundert erbaut (Vorbild war der Palazzo del Te im italienischen Mantua). Hier war Keramikmarkt („Haferlmarkt“). Tolle Übungsgelegenheit waren für unseren Foto-Kurs die hübschen Blumenvasen:

So hält man davonspritzende Wassertropfen fest (1/1000, f 5.0, ISO 1600):

Wassertropfen und Hand am Brunnen

Und so wirken sich Unterschiede in Blende und Verschlusszeit aus:

(Geübt habe ich nach der Führung an einem Türschloss der Residenz, am Ausgang zur Ländgasse.)

 ♦

Hübscher Türklopfer (ebenda):

Türklopfer am Eingangstor der Residenz

Eine Häuserfigur tanzt auf dem Seil – faszinierender Blickwinkel von Hans Pollner:

Wie oft bin ich schon unter dieser Figur vorbeigegangen, wie oft habe ich sie schon fotografiert – aber nie diese Perspektive entdeckt!!

Der Rathaus-Prunksaal – Leuchter, Kamingitter, Stuhlreihen im Dunklen:

 ♦

Und viele weitere Impressionen von Landshut:

Und nach der mehr als vierstündigen Fototour gab es die wohlverdiente Belohnung:

Kaffee und Kuchen

mmh…!

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8 Gedanken zu “Foto-Stadtführung durch Landshut

  1. Wow, wunderschöne Bilder meiner liebsten Lieblingsstadt. Muss gestehen, dass ich ein klein wenig neidisch auf die Tour bin 😉 liebe Grüße und viel Spaß im Schwelgen und Weitertesten der Kamera-Funktionen wünscht Doris

    • Liebe Doris, danke für das Kompliment 🙂 Landshut bietet auch wirklich viele tolle Motive. Soweit ich weiß, finden die Foto-Führungen 2x im Jahr statt. Kannst ja mal bei Petzold nachfragen, wann die nächste geplant ist 🙂
      Bist du etwa auch Landshuterin??
      Einen schönen Sonntag noch und liebe Grüße
      Stefanie

      • Liebe Stefanie, danke für den Tipp, das mach ich – und ich bin zwar keine Landshuterin, aber in der Nähe aufgewachsen. Und viel da, genauer gesagt: wann immer es mir möglich ist. Dann hoffe ich mal, dass ich einen Platz in der 2. Tour dieses Jahr bekomme? Einen lieben Gruß und genieß die schöne Mai-Woche, Doris

      • Dann drück ich dir die Daumen 🙂 Aber das sollte schon klappen.
        Wünsch dir einen schönen Feiertag morgen! Liebe Grüße

  2. Hallo liebe Stefanie,
    schöne Bilder, schöne Gedanken – und es freut mich zu hören, dass Dir unsere Foto-Stadtführung so gut gefallen hat und Du viel Information über Landshut sowie Inspiration und Motivation für´s Fotografieren mitnehmen konntest.

    Ich wünsche Dir weiterhin viel Freue an Worten, Orten und natrülich am Sehen und Fotografieren 🙂

    Liebe Grüße,
    Hans Pollner

    • Hallo Hans,
      danke für deinen netten Kommentar. Ja, ich hatte wirklich Spaß an eurer Führung, ist eine sehr schöne Sache! Vor allem habe ich Lust bekommen, verstärkt an meiner fotografischen Technik zu arbeiten und mehr auszuprobieren!
      Vielleicht bin ich ja bei anderer Gelegenheit mal wieder dabei 🙂
      Liebe Grüße
      Stefanie

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