Wien – Impressionen aus einem sommerlichen Kurzurlaub

Frisch zurückgekehrt von einer kleinen Wien-Reise möchte ich heute, in Form von Zitaten und Bildern, ein paar Impressionen der österreichischen Hauptstadt mit euch teilen.

Parks in Wien

Die Stadt Wien hat den Vorzug, dass es viele kleinere und größere Parks, Gärten und Grünanlagen gibt. Gerade an heißen Sommertagen tut es gut, durch den Volksgarten mit seinen prachtvollen Rosensträuchern zu schlendern, im beschaulichen Liechtensteinpark zu picknicken oder im Schwimmbad Gänsehäufel mit Donau-Blick zu entspannen.

Der Liechtensteinpark war um diese Zeit – es mochte gegen halb zehn Uhr vormittag sein – bereits ziemlich stark besucht. Kleine Mäderln und Buben liefen mit Reifen und Gummibällen über den Kiesweg, Kinderfräuleins und Ammen schoben plaudernd ihre Wagen vor sich her, Gymnasiasten sagten einander mit wichtigen Mienen ihre Lektionen vor.

(Leo Perutz: Zwischen neun und neun)

Liechtenstein-Palais und Park, Wien

Im Wiener Liechtenstein-Park lässt Leo Perutz seine Figuren im Roman „Zwischen neun und neun“ spazieren.

Kaffeehäuser in Wien

Die Wiener Institution schlechthin ist das Kaffeehaus. Die Zahl der Kaffeehäuser ist unendlich und man schafft es kaum, innerhalb von ein paar Urlaubstagen alle bedeutenden Literaten-Cafés Wiens zu besuchen. Meine Schwester und ich haben unser Bestes getan und immerhin in zwölf (!) traditionellen Kaffeehäusern Zeitung gelesen, eine Melange getrunken, Mittaggegessen oder einen Schlummertrunk zu uns genommen… (Und ja: wir haben in Wien nicht nur Kaffeehäuser von innen gesehen!)

Ins Kaffeehaus gehen Leute, die allein sein wollen, aber dazu Gesellschaft brauchen.

(Alfred Polgar)

Kaffeehaus Tirolerhof

Café Tirolerhof: Mittags war es hier ganz ruhig, wohl auch wegen der gesalzenen Preise.

Wenn ich nicht zu Hause bin, bin ich im Hawelka. Wenn ich nicht im Hawelka bin, dann bin ich auf dem Weg ins Hawelka.

(Alfred Schmeller)

Stühle im Cafe Hawelka, Wien

Leopold Hawelkas Kaffeehaus in der Wiener Innenstadt hat seinen alten Charme bewahrt. An heißen Sommer-Abenden aber meiden die Leute das stickige Innere

Sozialer Wohnungsbau im Roten Wien

Im „Roten Wien“ der Zwischenkriegszeit entstanden zahlreiche Gemeindebauten für die weniger betuchten Wiener. Berühmtestes Beispiel ist die Gebäudeanlage Karl-Marx-Hof in Heiligenstadt. Mir gefällt der Bau gut, vor allem, wenn die Fassade so schön vom warmen Abendlicht beschienen ist wie auf den Fotos (s. unten).

Natürlich sind nicht alle Gemeindebauten so ästhetisch wie der Karl-Marx-Hof. Es wimmelt auch vor allerlei Scheußlichkeiten mit trüben Fassaden (die aber eher aus den 1950ern oder 1960ern stammen).

Hat sie bei der großzügigen und sozial höchst verdienstvollen Planung der Gemeindebauten auf das Gesicht der Stadt auch nur die mindeste Rücksicht genommen? Nein, und darum verliert Wien sein Gesicht vorläufig nicht […] Man baut weiter scheußlich, aber Wien bleibt trotzdem schön.

(Hans Weigel: Das tausendjährige Kind. Kritische Versuche eines heimlichen Patrioten zur Beantwortung der Frage nach Österreich)

Gedenken an berühmte Wiener

Wien gilt zuerecht als Weltstadt der Musik, der Kunst, der Literatur. Auf Schritt und Tritt lassen sich an Hausfassaden Gedenktafeln entdecken, die an große Wiener oder bedeutende Gäste der Stadt erinnern sollen: Hier im Tiefen Graben stand einst ein Wohnhaus Beethovens, dort in der Buchfeldgasse lag Heimito von Doderers Wirkstätte, Stefan Zweig, Friedrich Torberg und viele andere berühmte Söhne Wiens drückten die Schulbank im Gymnasium in der Wasagasse 10, die Strudlhofstiege kommt in Doderers gleichnamigem Roman vor, das Drei-Mäderl-Haus erinnert an Schubert, in der Berggasse ordinierte und lebte Freud…

Und was verbindet ihr mit Wien?

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3 Gedanken zu “Wien – Impressionen aus einem sommerlichen Kurzurlaub

    • Das stimmt, Wien ist eine großartige Stadt! Danke für deinen Link. Einige deiner Fotomotive kommen mir sehr bekannt vor, die habe ich in ähnlicher Form auch auf der Speicherkarte 😉 Schade, dass ich von der Buchhandlung Shakespeare&Co. erst jetzt bei dir gelesen habe. Die hätte mir sicher auch gut gefallen. Na, das nächste Mal dann! 🙂

      • Wien ist ja mehr als nur eine Reise wert : ) Die Buchhandlung ist sehr gemütlich. Deine Fotos sind natürlich viel schöner, ich knips ja nur ganz unprofessionell mit dem Eifon.

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