Die 5 schönsten Parks und Gärten in Buenos Aires

Buenos Aires = Millionenstadt, Tango-Metropole, Touristentrubel, Verkehrslärm, Häusermeer… Mit Grünflächen und wunderschön angelegten Parks bringen die allerwenigsten Ausländer die argentinische Hauptstadt in Verbindung. Das muss sich ändern, finde ich! Und deswegen entführe ich euch heute in 5 großartige öffentliche Parks und Gärten von Buenos Aires.

#1 Wo Buenos Aires gegründet wurde: Der Lezama-Park

Laut der Meinung einiger Historiker soll an der Stelle, wo sich heute der Parque Lezama befindet, die erste Gründung der Stadt Buenos Aires stattgefunden haben. Unweit von hier, nahe der Mündung des Flüsschens Riachuelo, ist Pedro de Mendoza mit seinen Soldaten 1536 an Land gegangen. Ein Denkmal am Parkeingang, das zum 400. Jahrestag der Stadtgründung errichtet wurde, erinnert heute an den (eher glücklosen) spanischen Eroberer und Urvater von Buenos Aires.

Der Park ist überschaubar; der Verkehr, der über die umliegenden Straßen braust, lässt sich kaum ausblenden. Dennoch bietet der Parque Lezama Erholung vom stressigen Alltag im portensischen Dschungel aus Lärm und Beton.

Als ich vor zweieinhalb Jahren ein Auslandssemster in Buenos Aires verbrachte, wohnte ich unweit des Lezama-Parks. Am schönsten fand ich es, im argentinischen Frühling (Oktober, November) unter den herrlichen Jacaranda-Bäumen mit ihren lila Blüten spazierenzugehen oder im Gras zu liegen und in die fliederfarbene Pracht über mir zu blicken.

#2 Die Wälder von Palermo: Parque Tres de Febrero

Als „Bosques de Palermo“, die „Wälder von Palermo„, werden die zusammenhängenden Parks in jenem nördlichen Stadtviertel bezeichnet, darunter der Parque Tres de Febrero. Hier können die porteños* joggen, Tretboot fahren, Eis essen, den Hund spazieren führen oder die Rosen im „El Rosedal“ bewundern. Auf schattigen Bänken knutschen junge Liebespaare hingebungsvoll und Familien lagern im weichen Gras und trinken Mate.

Bei meinem letzten Buenos-Aires-Besuch verbrachte ich mit Freunden einen heißen Sommer-Sonntagnachmittag im Tres de Febrero. Wir lagen im Gras unter hohen, schattigen Bäumen, vor uns die glatte Wasserfläche eines langgstreckten künstlichen Sees, dahinter blauer Himmel.

Mit seinen 25 Hektar ist dieser Park groß genug, um die 13-Millionen-Metropole auszublenden. Hier können sich die Spaziergänger und Sportler vom Verkehrslärm erholen. Nur ein paar tobende Hunde, Kinder auf Tretrollern und der Eisverkäufer, der auf dem Fahrrad unermüdlich seine Runden dreht, machen hier ein wenig Radau.

#3 Im Garten der aufgehenden Sonne: Der Japanische Garten von Buenos Aires

Gleich neben dem Park Tres de Febrero liegt der Japanische Garten. Hier muss man am Eingang, anders als bei allen übrigen Parks der Stadt, ein geringes Entgelt bezahlen. Dann kann man in die harmonische Welt eines japanischen Gartens eintreten.

Im Zentrum erstreckt sich der Karpfenteich, aus dem die Kois freundlich grüßen:

Zierkarpfen grüßt aus dem Wasser

Spazierwege führen den Besucher an seinen Ufern entlang. Zwei Holzbrücken in leuchtendem Rot spannen sich über das ruhige Wasser und führen zu einer kleinen Insel, auf der Heilpflanzen wachsen.

Im Japanischen Garten herrscht eine friedliche Atmosphäre, die zum Entspannen einlädt. Eröffnet wurde der 2 Hektar große Park 1967, als das japanische Thronfolgerpaar zu Gast in Buenos Aires war.

#4 Der Jahrhundertpark: Parque Centenario

Im Stadtteil Caballito, wo sich auch die literaturwissenschaftliche Fakultät befindet, an der ich 2012 studierte, liegt der Parque Centenario. Seine Besonderheit: Er ist in Kreisform angelegt.

Der Centenario-Park entstand Anfang des 20. Jahrhunderts, als Buenos Aires ein rasantes Wachstum verzeichnete. Immer mehr Menschen aus Europa immigrierten in die aufstrebende junge Nation Argentinien. Je mehr die Stadt wuchs, desto mehr wuchs auch die Notwendigkeit Zonen der Ruhe und Erholung zu schaffen. Eine davon war der Parque Centenario. Er wurde im Jahr 1910, zur Hundertjahrfeier der Mai-Revolution, feierlich eröffnet.

Während des argentinischen Karnevals erlebte ich den Park im Ausnahmezustand. Überall saßen und flanierten die porteños* mit der gesamten Familienschar, es wurde gepicknickt und Mate getrunken. Kinder planschten im Wasser des Teichs, der im Herzen des Parks liegt. Gruppen von Candombe-Trommlern faszinierten die Zuhörer mit ihren grandiosen Rhythmen und probten ihre Auftritte im „Amphitheater“. Dort heizten in einem fort die Karenevals-Vereinigungen aus den verschiedenen Stadtteilen den Zuschauern mit heißen Rythmen, Tanzshows und Gesang ein.

#5 Katzenparadies auf 7 Hektar: Der Botanische Garten

Im Botanischen Garten von Buenos Aires kann man die Hektik der Großstadt für eine Weile vergessen. Hier wuchert üppig-grüne Vegetation, Bäume und Pflanzen von allen fünf Kontinenten sammeln sich zu beiden Seiten der Wege aus rotem Kies. Herrenlose Katzen lassen sich von Besuchern graulen oder dösen im Schatten – sie sind mittlerweile fester Bestandteil des Gartens und werden von Tierfreunden versorgt. Ja es gibt sogar eine eigene Kommission („Comisión Gatos del Botánico“), die auf ihrer Website gatosbotanico.blogspot.de über ihre Arbeit mit den Katzen berichtet…

Der Jardin Botánico liegt eingebettet zwischen den eleganten Avenidas Santa Fé und General Las Heras im Norden der Stadt. Gestaltet wurde er vom großen Landschaftsarchitekten Carlos Thays, einem gebürtigen Franzosen, der sich im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts in Buenos Aires niederließ. Ihm verdankt die Metropole ihre zahlreichen Grünanlagen, die erholsamen Parks und großzügigen Plätze. (Abgesehen vom Japanischen Garten war Thays übrigens für alle hier genannten Parks oder wenigstens ihre Neugestaltung verantwortlich.)

Neben dem Botanischen Garten gestaltete Thays auch die berühmte Plaza de Mayo beim Regierungssitz Casa Rosada und pflanzte weit mehr als 100.000 Bäume in der gesamten Stadt. All die schönen Alleen und Plätze mit blühenden heimischen Bäumen sind also ebenfalls Carlos Thays zu verdanken.

Lektüretipp (spanischsprachig):

Die passende Lektüre zu den Parks und Gärten von Buenos Aires ist der Krimi Crímenes y Jardines („Verbrechen und Gärten„) von Pablo de Santis. (Bisher leider noch nicht auf Deutsch erschienen.)

In diesem Kriminalroman hat es Detektiv Sigmundo Salvatrio mit der Gruppe der „Gartenphilosophen“ zu tun, deren Mitglieder nach und nach ermordet aufgefunden werden…Hat der schwerreiche und mächtige Dux Olaya etwas damit zu tun, der einst im Zentrum der Freundesgruppe stand? Und was ist seiner schönen, aber stummen Tochter Irene zugestoßen? Fragen über Fragen für Salvatrio…

Mir gefiel vor allem, dass hier ein längst vergangenes Buenos Aires auflebt, das Buenos Aires des Jahres 1894. Die Stadt, so wie man sie heute kennt, ist zu diesem Zeitpunkt erst im Werden.

Bei seinen Nachforschungen trifft Salvatrio übrigens auch auf den Gartenarchitekten Carlos Thays, der soeben den Botanischen Garten von Buenos Aires plant.

Park Tres de Febrero, Buenos Aires

Ob er wohl was Gutes fängt? Fischer im Parque Tres de Febrero.

Und, welcher der fünf Parks ist am meisten nach eurem Geschmack?

Ich freue mich über eure Kommentare!

* Porteños ist die Bezeichnung für die Einwohner von Buenos Aires – wörtlich  überstetzt die „Hafenbewohner“.

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