Bill Bryson: Frühstück mit Kängurus

Jaaa, ich weiß, ein wenig abgedroschen. Aber ich wollte schon lange über Frühstück mit Kängurus (Original: Down Under) bloggen, weil ich einfach derart gute Erinnerungen an dieses Australien-Buch habe!

Ich las es Anfang 2011, als ich mich gerade im südlichen Australien (Melbourne, Tasmanien) herumtrieb. Normalerweise bin ich eine stille Leserin, die bei amüsanten Stellen gerne schmunzelt, manchmal auch breit grinst – aber normalerweise keine Lachanfälle bekommt (und schon gar nicht in der Öffentlichkeit). Anders war es bei Frühstück mit Kängurus. Beim Lesen konnte ich laute Lacher einfach nicht unterdrücken. Mehr als einmal erntete ich erstaunte Blicke von anderen Reisenden, wenn ich am Melbourner Flughafen oder  im Aufenthaltsraum meines Hostels laut losprustete.

Große Dinge am Straßenrand

Das Großartige an Bryson ist für mich, dass er zielgenau ins Schwarze trifft. Er ist einfach extrem gut darin, die Eigenheiten von Orten oder Menschen zu erkennen und prägnant wiederzugeben. So beschreibt er zum Beispiel etwas, was jedem Australien-Touristen unterkommt und erst mal ein wenig bizarr erscheint: die seltsame Vorliebe der „Aussies“ für überlebensgroße Figuren am Straßenrand.

Zum Beispiel der „Giant Koala“ nahe der Grampian Mountains…

Figur eines riesigen Koalas, Dadswells Bridge, Victoria

Dieser Riese wird als „Wächter der Grampians“ vermarktet…

Abgesehen vom Riesen-Koala, der mir persönlich mit seinem starren Blick eher unheimlich war und nichts mit den flauschig-possierlichen Originalen zu tun hat, finden sich in Australien noch eine ganze Reihe anderer „Big Things“. Manche essbar (Big Olive, Big Pineapple, Big Banana, Big Lobster), manche nicht (Big Bottle, The Big Platypus…).

Eine Auflistung davon gibt es übrigens hier.

Der Felsbrocken in der Wüste

Besonders gut erinnere ich mich an eine Stelle im Buch: Da ist Bryson auf dem Weg zum Uluru (früher: Ayers Rock). Und er bezweifelt, dass dieser rote Felsbrocken, der da mitten in der Wüste liegt, großen Eindruck auf ihn machen wird. Schließlich ist er jedem schon mal untergekommen: auf Fotos von Freunden, in Werbeprospekten, in Filmen, auf Postkarten…

Doch dann, als Bryson den echten Uluru am Horizont auftauchen sieht, ist es um ihn geschehen…

Sonnenaufgang am Uluru

Magisch: Sonnenaufgang am Uluru

Und genau wie Bryson erging es mir.

Zu Beginn meines Australienaufenthalts wollte ich gar nicht zum Uluru, er stand für ich nicht „auf dem Programm“. Ich kannte ihn ja vermeintlich schon zur Genüge von Australien-Dokus und Bildern.

Dann reizte mich nach ein paar Work-and-Travel-Monaten ein Trip ins Outback aber doch. Irgendwie ist das eben das „echte“ Australien und die karge Landschaft mit ihrer roten Erde so ganz anders als alle europäischen Landschaften.

So kam es, dass ich schließlich selbst dem weltberühmten roten Monolithen gegenüberstand. Und die Faszination spürte, die von ihm ausging. Den Eindruck, den dieser Felsenkoloss, der ganz einsam im Nirgendwo aus der Erde ragt (und noch wesentlich tiefer in sie hineinragt!), auf den Betrachter macht, können Fotos und Filmaufnahmen nicht wiedergeben. Je nach Tageszeit und Licht verändert er seine Färbung. Meine kleine Reisegruppe und ich betrachteten ihn bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang  – ein Massenspektakel für Touristen aus aller Welt, das seltsamerweise dem Anblick nicht die Würde nehmen konnte…

Kein Wunder, dass der Uluru für die Aborigines ein heiliger Ort war und ist.

Fazit

Jeder, der vorhat, sich einmal den Roten Kontinent anzusehen oder zumindest gemütlich aus dem heimischen Lese-Sessel ans andere Ende der Welt reisen will, dem sei Bill Brysons Bestseller aufrichtig zu empfehlen.

Wallaby am Seeufer

Dieses Wallaby ist mir auf Tasmanien begegnet. Gefrühstückt habe ich allerdings nie mit Kängurus…

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Ein Gedanke zu “Bill Bryson: Frühstück mit Kängurus

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