Türkei 2015, Teil I: Eine deutsch-türkische Hochzeit

Als mich vor einem dreiviertel Jahr meine gute Freundin Elif zu ihrer Hochzeit einlud, freute ich mich natürlich sehr – und noch mehr, als ich erfuhr, dass die Hochzeit im türkischen Antalya stattfindet! Sofort buchte ich meinen Flug, ein Hotel in der Altstadt von Antalya und plante gleich noch einen kleinen Urlaub in Istanbul mit ein. Anfang September war es nun endlich soweit!

Heute gibt’s den bebilderten Bericht von der großartigen Hochzeit in Antalya. (Die unscharfen, verwackelten Fotos müsst ihr mir nachsehen – ich hatte einfach wichtigeres zu tun als gute Bilder zu schießen 😉 )

Blick über Hafen und Altstadt von Antalya

Blick über den Hafen und die Altstadt von Antalya. Unweit von hier wurde auch die deutsch-türkische Hochzeit meiner Freunde gefeiert.

Die Hochzeit

Blick zum Club Arma

Blick über Antalyas Hafen zum Club Arma, wo wir abends feierten: Die in strahlendem Weiß gehaltene Terrasse des Clubs befindet sich auf einem Felsvorsprung über dem Wasser (genau lotrecht unter dem Paraglider).

Der Ort der Feierlichkeit: Club Arma

Die Hochzeitsfeier fand in traumhafter Kulisse statt: nämlich auf der Terrasse des Club Arma, der angesagtesten Lokalität in Antalya. Über die schneeweiße Steinbrüstung hinweg blickt man von dort über den alten Hafen und die weite Bucht von Antalya. Das Wasser und der Himmel sind von strahlendem Blau und am Horizont schimmert das Taurusgebirge durch den blauen Dunst.

Wir kamen kurz vor Sonnenuntergang im Club Arma an, sodass die Stimmung im Abendlicht besonders reizvoll war. Zum Fotos machen fehlte mir an diesem Abend allerdings die Ruhe. Und glücklicherweise liefen ja noch ein paar andere Fotografen herum, die die tolle Atmosphäre hoffentlich besser eingefangen haben als ich.

Einzug des Brautpaars

Nach dem Stehempfang setzten wir uns an die runden Tische mit maritimer Deko und erwarteten das Brautpaar. Als die beiden schließlich die Treppe heraufschritten und an den Tischen vorbeizogen, wurden der einen oder dem anderen die Augen feucht, zu schön und berührend war der Moment…

Lukullische Genüsse und pantomimische Völkerverständigung

Das Abendessen bestand aus vier Gängen: ein bunter Mezzeteller, Pilzrisotto und Börek, Fleisch bzw. Fisch und Hochzeitstorte sowie Obst. Mmmmmmh, alles sehr lecker. Die türkische Küche hat wirklich einiges zu bieten!

Zwischen den Gängen gab es immer wieder Unterhaltung. Zunächst stellte das Brautpaar die Gäste vor: die türkischen Verwandten der Braut, ihre deutschen Freunde, die deutschen Verwandten des Bräutigams und seine Freunde. Vom Onkel des Bräutigams folgte schließlich eine Pantomime-Einlage, die einen wertvollen Beitrag zur „Völkerverständigung“ zwischen den türkischen und den deutschen Hochzeitsgästen leistete: Auch wenn man sich mit Worten nicht  oder kaum unterhalten konnte, über das pantomimische Orchester, das der Onkel aus dem deutsch-türkischen Publikum zusammenstellte, mussten alle gleichermaßen schmunzeln.

Torte und Tanz

Dann: die Hochzeitstorte! Funkensprühend wurde das schneeweiße Prachtstück von den Kellnern in die Mitte der Terrasse getragen. Nach dem Anschnitt aß das Brautpaar die obligatorischen ersten Bissen, bevor es den Hochzeitstanz begann.

Und kaum war dieser Eröffnungstanz vorüber, stürmte schon die gesamte Hochzeitsgesellschaft auf die Tanzfläche! Alle, egal ob jung oder alt, tanzten ausgelassen zur internationalen Musik – besonders gut ging’s natürlich zu türkischen Popklängen wie Tarkans „Simarik“, das auch den älteren Deutschen wohlbekannt war.

Die Braut wurde von ihren Gästen umtanzt, die kleinen türkischen Cousins und Cousinen hüpften ebenso fröhlich herum wie die deutschen Kinder, die älteren Verwandten schwangen das Tanzbein am Rande der Tazfläche und manche trauten sich immer weiter in ihr Zentrum vor, wo rund um die schöne Braut ihre Freundinnen tanzten und der ältere türkische Cousin den Halay anführte …

türkischer Tanz

Es wird Halay getanzt.

Schlag Mitternacht: Der Zauber erlischt (… oder doch nicht?)

Doch dann, Schlag Mitternacht, erging es uns ein wenig wie Aschenputtel/ Cinderella: Punkt 12 hatte die Magie ihr Ende!

Genauergesagt: Nach einem türkischen Gesetz war jetzt Schluss mit Alkoholausschank und lauter Feierlichkeit im Freien. Die Kellner räumten die Hochzeitstorte ab noch bevor die meisten der tanzwütigen Gäste ein Stück probieren konnten, die Bar wurde geschlossen, die Musik verklang… 😦

Per Mikrofon äußerte sich der Bräutigam zu dieser schlechten Nachricht. Wir alle lauschten ernüchtert.

Doch zugleich ahnten wir schon, irgendetwas Besonderes würde er uns gleich noch mitteilen, eine Alternative, seinen geheimen Plan B…

Und so war es denn auch: „Weil wir an Land nicht weiter feiern dürfen, verlegen wir die Party jetzt einfach auf ein Boot und fahren raus auf’s Meer – da können wir so lange weiterfeiern, wie wir wollen!!“

Diese Nachricht erntete ausgelassenen Jubel von allen Seiten!

Juhuu, Party auf einem Boot! Konnte diese Hochzeitsfeier noch genialer werden?!

Auf dem Partyboot

Auf ging es zum Hafen! Die jüngeren Hochzeitsgäste zogen allesamt los und bestiegen das Partyboot, das unterhalb des Club Arma im Altstadthafen von Antalya vor Anker lag.

Wir legten ab, die Häuser und Lichter von Antalya verschwanden in immer weitere Ferne und irgendwann sahen wir nur noch ein farbenfrohes Funkeln weit hinter den nachtschwarzen Wellen…

Irgendwann ging das Boot vor Anker und mitten auf dem Meer tanzten und feierten wir bis zum frühen Morgen!

Irgendwann half es nichts mehr: Die Party neigte sich ihrem Ende zu, das Boot kehrte wieder in seinen Hafen zurück. Wir begaben uns in kleinen Grüppchen in unsere jeweiligen Hotels, müde, mit vom vielen Tanzen schmerzenden Füßen – aber sehr glücklich und um viele schöne Erinnerungen reicher.

Ich bin wirklich froh, dass ich diese wunderschöne, ausgelassene Hochzeit in dieser einmaligen Umgebung miterleben durfte!

(Und ehrlichgesagt spekuliere ich ja darauf, dass von nun an auch jeder Hochzeitstag auf die selbe Weise in Antalya gefeiert wird, 😛 )

Der Tag danach

Erst bei Morgengrauen ging ich in’s Bett, aber wachte schon nach wenigen Stunden wieder auf und hielt es nicht länger im Bett aus. Mit einer Freundin ging’s zum verspäteten Frühstück ins Mermerli Restaurant, dessen Aussichtsterrasse einen einmaligen Blick über das Meer und aufs Taurusgebirge bietet.

türkischer Kaffee

Mein erster türkischer Kaffee, getrunken im Restaurant Mermerli mit Blick über’s weite blaue Meer.

Unterhalb des Restaurants befindet sich der gleichnamige Strand, der Mermerli Plaji. Viel Platz bietet die felsige Badebucht eigentlich nicht – aber es ist faszinierend, wo die Türken noch überall ein Plätzchen finden, um Liegestühle aufzustellen.

Hier faulenzten wir den ganzen Tag, planschten im angenehm warmen, glasklaren Wasser und erholten uns von den Feierfreuden des Vortrags…

Mermerli Strand

So lässt sich’s aushalten…

Ich blieb noch zwei weitere Tage an der türkischen Küste. Welche Ausflüge die Hochzeitsgesellschaft dort noch unternahm, erfahrt ihr im nächsten Post!

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