Türkei 2015, Teil II: Urlaubstage an der türkischen Riviera

Nach der traumhaften deutsch-türkischen Hochzeit, blieb ich noch drei Tage an der türkischen Riviera, in Antalya. Die Hochzeitsgesellschaft unternahm zwei einmalige Ausflüge, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Ein Bericht in Bildern.

Tag 1 – Ausflug nach Kekova mit 5-stündiger Bootstour

An der lykischen Küste, nahe der Stadt Demre (dem antiken Myra, woher der Hl. Nikolaus stammt), liegt die Insel Kekova. Rund um die Insel fuhr unsere Reisetruppe den ganzen Nachmittag mit zwei Booten von Bucht zu Bucht und Badeplatz zu Badeplatz.

Am Hafen des alten Städtchens Kaş begann unser Segeltörn.

Boote

Kekova wird auch die „versunkene Stadt“ genannt, denn während sich auf der Insel noch Ruinen antiker Hafenanlagen befinden, blitzen unterm klaren Wasser am Meeresboden Amphorenreste, Tonscherben und Mauerteile auf. Der Glasboden unserer Ausflugsboote erlaubte diesen Blick in längst vergangene Zeiten…

Auf der Insel selbst fühlen sich anscheinend heute Ziegen heimisch, wir sahen im Vorbeifahren drei behende über die antiken Hafenmauern springen.

Unsere Boote machten immer wieder an den schönsten Stellen Halt, sodass wir uns an diesem heißen Tag (in Antalya soll es fast 45 Grad gehabt haben!) sehr viel Abkühlung gönnen konnten.

Mittags gab es ein Büffet großartiger mezeler, zubereitet von der Frau unseres Kapitäns.

Und auch der Eisverkäufer war nicht fern:

Eisverkäufer im Boot

Im Abendlicht kehrten wir zum Hafen zurück, müde von der vielen Sonne und dem Schwimmen, aber tiefenentspannt und glücklich. Die tiefstehende Sonne tauchte Meer, Berge und die alte Stadt in ein atmosphärisches Licht:

Überall, auf den Booten, der Burg von Kaş und im Hafen, weht in leuchtendem Rot der türkische Halbmond:

Malerisch liegt der Hafen mitsamt dem eindrucksvollen Minarett da:

Zum Abendessen gab es Gözleme, herzhafte türkische Pfannkuchen, nach traditioneller Art von der Großmutter frisch zubereitet:

Mit einer langen Busfahrt zurück nach Antalya klang dieser wunderbare Tag aus… Und noch nach über einer Woche sehe ich die türkisblitzenden Wellen vor mir und spüre das sanfte Schaukeln des Bootes, das kühle Nass des Wassers und die warmen Strahlen der Sonne, als wäre ich noch immer bei Kekova.

Tag 2: Antike Stätten, brennende Berge und Badefreuden

Auch der zweite Ausflug war einmalig. Wir waren von früh bis spät unterwegs und sahen viele beeindruckende Orte und Landschaften.

Phaselis – die alte Römerstadt

Unsere erste Station war Phaselis, eine antike Stätte an der lykischen Küste, wo einst die Römer siedelten. Auch der Reisekaiser Hadrian kam seinerzeit vorbei – ihm zu Ehren baute man das Hadrianstor unweit des Hafens.

Wir wandelten durch die Ruinen, über das uralte Pflaster der Hauptstraße von Phaselis. Pinien warfen ihre langen Schatten über den Weg, ein Eichhörnchen huschte flink zwischen den antiken Mauerresten umher.

Römer-Ruine

An einem Ende der Ruinenstadt ist noch das alte Aquädukt der Römer zu erkennen.

Eichhörnchen in Ruinen

Gespannt schaut das Eichhörnchen, was die Touristen treiben. Seine Nuss gibt es nicht mehr her!

Sehr beindruckend fand ich das antike Amphitheater, das noch gut erhalten ist.

Dahinter erhebt sich das Taurusgebirge, mit dem imposanten Berg Tahtalı, auf den eine Seilbahn führt.

Berg Tahtalı im Hintergrund

Blick von Phaselis zum Berg Tahtalı.

Am kleinen Hafen von Phaselis legen die Ausflugsboote der Touristen an.

Phaelis Hafen

Blick auf die Touristenboote. Im Hintergrund erhebt sich stolz der Tahatli.

Wir badeten in einer entgegengesetzten, ruhigen Bucht. Das Wasser war einfach herrlich bei der Hitze!

Der Berg der Chimaera

Zum Mittagessen gab Gözleme, bevor es weiterging zum sagenumwobenen „brennenden Berg“ Yanartaş (griech. Chimaira). Hier züngeln an verschiedenen Stellen Flammen aus Öffnungen im Felsgestein.

Grund für dieses jahrtausendealte Naturschauspiel sind austretende Gase, die man übrigens auch deutlich riechen kann.

Die alten Griechen führten die unheimliche Erscheinung dagegen auf das feuerspeiende Ungeheuer Chimäre zurück, das auf dem Berg hausen sollte.

Der Strand von Olympos

Gegen Abend erreichten wir den wunderschönen Strand von Olympos – wo ein wahres Hippie-Urlaubsdorf entstanden ist. Entsprechend überfüllt war der langgezogene Kiesstrand, aber die Kulisse aus hohen Felsen, Ruinen, Gebirge und Meer fand ich trotzdem atemberaubend!

Strand von Olympos

Abendstimmung am beliebten Strand von Olympos

Ein seichter Süßwasserbach mündet ins Meer – malerisch anzusehen, wenn auch sehr veralgt. Immerhin, die Enten schienen sich darin wohlzufühlen.

Das Besondere am Strand von Olympos ist, dass auch hier Ruinen aus antiken Zeiten zu finden sind. Auf dem Weg zum Strand spazieren unzählige Touristen achtlos daran vorbei. Und selbst hinter dem dichten Dickicht am Wegesrand gibt es noch allerhand zu entdecken – durch Zufall fanden wir ein imposantes Tor, wohl aus spätrömischer Zeit:

antikes Tor

Richtig eindrucksvoll fanden wir dieses uralte Tor, das mitten in der Wildnis die Jahrtausende überdauert hat.

Und daneben liegen die verfallenen Mauern einer frühchristlichen Kirche:

Olympos

Die Kirchenruine wird derzeit noch archäologisch erforscht.

Abendessen im Bachbett

Für das Abendessen, das für mich auch den Abschluss meiner Tage in Antalya bedeutete, hatte sich Elifs Familie etwas besonderes einfallen lassen: In den Wäldern zwischen Cirali und Phaselis liegt das Dorf Ulupinar, berühmt für seine Forellenzucht. Zahlreiche Restaurants haben sich dort angesiedelt. In einem davon speisten wir frische Forellen aus dem sprudelnden Bach – über den Holzstege und Plattformen mit Ottomanen und niedrigen Tischen gebaut worden sind. Quasi im Bachbett sitzend aßen wir zu Abend!

Und damit ging meine schöne Zeit an der türkischen Riviera zuende.

Aber die Erinnerungen sind immer noch ganz lebendig und sorgen dafür, dass kein Herbstblues aufkommt! 😉

[ Nach der Hochzeit und dem Kurzurlaub in Antalya ging es für mich übrigens weiter nach Istanbul. Mehr dazu in Bälde…]

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