Rückblick auf meine vergangenen Lese-Wochen

In den vergangenen Wochen habe ich das Bloggen etwas schleifen lassen. Es gab zwar einige Bücher, über die ich hätte berichten können, aber entweder es fehlte mir die Zeit oder die Lust. Aber dafür halte ich hier in Kürze fest, welche Bücher ich im Januar und Anfang Februar gelesen habe.

Bücher, die ich im Januar und Februar gelesen habe

Elif Shafak: Ehre

Elif Shafaks Roman über einen Ehrenmord hatte ich zu Weihnachten bekommen und las ihn Anfang Januar mit großer Hingabe. Ab der ersten Seite war ich gefesselt. Trotz des sehr ernsten Themas ist Ehre für mich ein besonders schönes Buch, das sich leicht und flüssig lesen lässt, aber seine Leser zugleich auch tief erschüttert und lange nicht loslässt.

Groß ist diese Familiengeschichte, üppig, lebendig, bunt und keineswegs nur düster, wie man vermuten könnte. Dramatisch ist das, was passiert. Aber eben nicht nur. Immer schwingt ein feiner Humor mit, große Spannung, ein Familienepos, das einen tief in eine andere Kultur blicken lässt. Ich hätte nie gedacht, dass mich das so fesseln würde, aber ich habe das Buch beinahe atemlos gelesen. (Christine Westermann, WDR)

Mehr dazu erfahrt ihr auf der Website des Kein-und-Aber-Verlags.

John Williams: Stoner

Auch Stoner, die große literarische Wiederentdeckung der vergangenen Jahre, habe ich im Januar gelesen. Wie mir da Buch gefallen hat und worum es darin geht, habe ich in meinem letzten Beitrag beschrieben.

Guillermo Martinez: Roderers Eröffnung

Vom Argentinier Guillermo Martinez hatte ich im Herbst bereits die Erzählsammlung Gewaltige Hölle gelesen und die seltsamen, tiefgründigen und oft grotesken Geschichten unglaublich faszinierend gefunden. Als ich nun im Januar den Roman Roderers Eröffnung las, war ich ein wenig enttäuscht. Zwar brachte das Buch Martinez 1992 den literarischen Durchbruch und wird von Kritikern gelobt, aber mir persönlich war es zu philosophisch-gewichtig. Der faust-ähntliche junge Roderer, der nach Erkenntnis strebt und der Wahrheitssuche schließlich sein Leben opfert, ließ mich ziemlich kalt. Martinez‘ nüchterner, leichtfüßiger Erzählstil dagegen gefiel mir wie schon in Gewaltige Hölle sehr gut.

Mehr zu Roderers Eröffnung findet ihr hier und hier.

Sei Shonagon: Kopfkissenbuch der Dame Sei Shonagon

Das Kopfkissenbuch ist ein wunderbares Buch zum Parallel- oder „Zwischendrin“-Lesen. Eine japanische Hofdame des beginnenden 11. Jahrhunderts hielt auf einem Stapel Papier ihre Beobachtungen und Erlebnisse am Kaiserhof fest und schuf auf diese Weise ein großes Stück (japanischer) Literaturgeschichte.

Die kurzen Schilderungen und Geschichten lese ich zur Zeit so nach und nach, immer, wenn mir gerade der Sinn danach steht. Ich finde es hochinteressant, mehr über diese ferne und mir so unbekannte Welt zu erfahren. Sei Shonagons Gedanken wirken dabei so zeitlos und es kommt mir beim Lesen so vor, als wäre das alles nicht 1000 Jahre, sondern vielleicht 100 Jahre her. Und obwohl das Leben am japanischen Kaiserhof im Jahr 1000 uns mit all seinen Ettiketten und Verhaltensweisen sehr fremd erscheinen mag, merkt man an Sei Shonagons Erzählungen, dass dort auch nur Menschen lebten, die ganz ähnliche Probleme, Anwandlungen und Gefühle hatten wie wir heute.

Die ZEIT schreibt dazu:

Das „Kopfkissenbuch“ ist viel mehr als ein Tagebuch oder eine Notizsammlung, es ist ein Kunstwerk, das voller Witz, Lebendigkeit und Eleganz steckt. Das liegt vor allem an dem frischen und launigen Stil der Autorin, die vor keinem Thema zurückschreckt und mit spitzer Feder schreibt. Gleichzeitig macht ihre Uneitelkeit und das Beschreiben der eigenen Schwächen und Missgeschicke Shōnagon authentisch und liebenswürdig.

J. K. Rowling: Harry Potter y la camera secreta

Vor ein paar Wochen erfuhr ich: Freunde von mir hatten noch nie Harry Potter gelesen! Unglaublich, aber wahr. Immerhin die Filme kannten sie schon und nun machten sie sich doch auch mal ans Lesen der Vorlage. Was soll ich sagen: Natürlich wurden sie sofort süchtig! 😉

Als sie mir davon erzählen, spürte ich wieder dieses Kribbeln. Und als ich neulich auf meine spanische Ausgabe der Kammer des Schreckens stieß (zu Sprachlernzwecken in Spanien erstanden), beschloss ich: es ist mal wieder Zeit für HP!!

Denn es ist so, dass ich von Zeit zu Zeit sehr gerne Harry Potter lese. Manche Bände habe ich sogar schon zwei oder gar dreimal gelesen. In die Harry-Potter-Welt kann ich als Leserin so wunderbar eintauchen, die Charaktere sind so gut gezeichnet und wirken so lebensecht, egal ob sie liebenswert und charmant sind wie die Weasley-Familie oder finster und fies wie Snape oder die Malfoys.

Also las ich jetzt mal wieder Harry Potter. Nach anspruchsvollen Büchern wie Roderers Eröffnung eine nette, angenehme Abwechslung!

Das also waren meine Lektüren der vergangenen Wochen. Jetzt geht’s erst mal in den Urlaub, in den ich ein paar unterhaltsame und flott zu lesende Bücher mitnehme. Ich werde berichten.

Bis bald!

 

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Ein Gedanke zu “Rückblick auf meine vergangenen Lese-Wochen

  1. Das Kopfkissenbuch finde ich auch wunderbar! Und deine Kurzbeschreibungen sind auch eine gute Idee (mache ich manchmal auch, wenn ich wenig Zeit habe oder auch die Bücher nicht sooo dringend ausführlich vorstellen muss) – in der Kürze liegt die Würze : ) Liebe Grüße
    Petra

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