Thailand 1: Besuch in Ayutthaya, der alten Königsstadt

Rund 70 Kilmenter nördlich von Bangkok liegt die alte Hauptstadt des Königreichs Siam: Ayutthaya. Heute sind auf den ehemaligen Tempelanlagen hauptsächlich Ruinen und kopflose Buddha-Statuen zu finden, aber noch immer lässt sich die Erhabenheit und einstige Bedeutsamkeit jener Orte spüren.

Ayutthaya (49)

Wat Mahathat

Als ich vor Kurzem Urlaub in Thailand machte, verbrachte ich auch zwei Tage in der Weltkulturerbe-Stadt Ayutthaya. Definitiv eines der Highlights meiner Reise! Meine Eindrücke und vor allem meine Bilder möchte ich gerne mit euch teilen:

Anreise

Von Bangkok aus gelangen Touristen mit vielen Verkehrsmittel nach Ayutthaya – per Bus, Zug oder gar per Boot. Wir fuhren mit dem Minibus ab dem Victory Monument. Ein klein wenig „abenteuerlicher“ und authentischer vielleicht, als mit einem Ausflugsboot den Fluss entlang gen Ayutthaya zu schippern. Für rund 4 Euro (ohne großes Gepäck wäre es sogar noch billiger gewesen) brachte der Fahrer uns und unsere thailändischen Mitreisenden in die ehemalige Königsstadt.

Deren moderner Teil ist ziemlich unspektakulär, aber auf dem Weg vom Busstop per Tuk-Tuk zu unserer Unterkunft erhaschten wir schon den einen oder anderen Blick auf alte Ruinen.

Ayutthaya, UNESCO-Weltkulturerbe und das „Venedig Thailands“

Um und durch Ayutthaya fließen mehrere Flüsse. Der größte, der Chao Phraya, umfließt den alten Stadtkern im Süden und Westen in einer großen Schleife und verleiht Ayutthaya damit eine gewisse Inselhaftigkeit. „Venedig des Ostens“ nennt man die Stadt daher auch. Und ähnlich wie Venedig blickt Ayutthaya auf eine glanzvolle Vergangenheit zurück: rund 400 Jahre lang war es Sitz der Könige von Siam – bis es die Burmesen 1767 zerstörten.

Innerhalb der Flussschleife liegt der sogenannte Ayutthaya Historical Park, in dem sich die meisten der ehrwürdigen Tempelanlagen und die Ruinen des alten Königspalastes befinden.

Seit 1991 ist Ayutthaya UNESCO-Weltkulturerbe.

Tag 1: Bootsfahrt zu 3 alten Tempeln

Gleich bei unserer Ankunft machte uns der Besitzer des Guesthouse darauf aufmerksam, dass um 16 Uhr eine Bootstour zu drei Tempeln stattfinden würde. Bootsfahrten liebe ich ja! Und zudem erreicht man die Tempelanlagen am anderen Flussufer sonst nur schwer. Also buchten wir gleich zwei Plätze.

Mit dem Longtailboot ging es dann über den Fluss Chao Phraya zu drei Tempeln am südlichen Flussufer.

Wat Phanan Choeng Worawihan

Unsere erste Station war der Wat Phanan Choeng Worawihan, der bis heute als Ort des Gebets dient. Er beeindruckte mich weniger als die beiden folgenden Tempelanlagen. Aber interessant war, dass ich hier eine religiöse Zeremonie beobachten konnte: Dem überlebensgroßen goldenen Buddha im Tempelinneren wurde gerade ein gelbes Gewand angelegt, während einige Thais Andacht hielten und gemeinsam Gebetsformeln sprachen.

Der riesenhafte sitzende Buddha stammt aus dem 14. Jahrhundert und war ein Geschenk des chinesischen Kaisers:

Wat Phutthai Sawan

Weiter ging es über den Fluss zum nächsten Tempel, dem ein Stück weiter westlich gelegenen Wat Phutthai Sawan.

Wat Phutthai Sawan in Ayutthaya bei Bangkok

Bei diesem Tempel verbinden sich alte und moderne Elemente. Viele der Gemäuer sind Ruinen, aber dazwischen gibt es immer wieder Anzeichen dafür, dass sich auch hier noch immer eine Kultstätte befindet: kleine Buddhafiguren, Räucherwerk und die typischen Hahn-Statuen.

EIndrucksvoll fand ich hier vor allem den großen liegenden Buddha:

ruhender Buddah

Wat Chai Watthanaram

Kurz vor Sonnenuntergang erreichten wir den letzten Tempel, den Wat Chai Watthanaram. Der mächtige Haupt-Prang (=Tempelturm) im Khmer-Stil beherrscht das Bild der Anlage. Errichtet wurde die Anlage nur wenige Jahrzehnte vor der Zerstörung Ayutthayas durch das burmesische Heer.

Auch die Grundmauern eines alten Kreuzgangs sind noch zu erkennen. An dessen Mauern saßen ursprüünglich 120 Buddha-Statuen. Heute sind nur noch ihre kopflosen Überreste zu sehen – die Enthauptung von Buddha-Statuen war während des Feldzugs der Burmesen gang und gäbe. Ein trauriger Anblick – und Zeugnis blinder menschlicher Zerstörungswut.

Der Erhabenheit dieser alten Tempelanlage tut das aber keinen Abbruch. Im Gegenteil, die Reihe der kopflosen Buddha-Figuren verleiht ihr einen gewissen melancholischen Zauber – der von der untergehenden Sonne noch verstärkt wird.

Hier meine weiteren Bildeindrücke:

Tag 2: Per Rad von einem Wat zum anderen

An unserem zweiten Tag mieteten wir in unserem Guesthouse Fahrräder und machten  uns damit auf zu den Sehenswürdigkeiten im Historical Park.

(Wie ich finde, lässt sich der Historical Park am besten mit dem Fahrrad erkunden, denn zu Fuß ziehen sich die Wege von Wat zu Wat ein wenig. Und in der thailändischen Hitze tut ein wenig Fahrtwind auch ganz gut 😉 )

Wat Ratchaburana

Nur wenige Touristen befanden sich mit uns auf dem Gelände des Ratchaburana-Tempels. Zwischen den verfallenen Ziegelmauern herrschte eine große Ruhe. Ich ging ehrfürchtig zwischen den Ruinen herum und versuchte mir vorzustellen, wie es hier wohl vor der Zerstörung  Ayutthayas ausgesehen hatte. Es muss ein sehr eindrucksvoller Ort gewesen sein, denn seine Erhabenheit lässt sich immer noch spüren.

An vielen Stellen sind die Ziegel rußig-schwarz – Brandspuren, die bis heute die Zerstörung der Tempelgebäude durch das burmesische Heer bezeugen. Und auch hier sitzen kopflose Buddha-Figuren zwischen den Ruinen, scheinbar stoisch in ihr Schicksal ergeben.

Ayutthaya (36)

Und ein wenig weiter entdecke ich sogar ein paar der abgeschlagenen Buddha-Köpfe:

Eine große Tafel im Eingangsbereich wies darauf hin, dass der Wat Ratchaburana mit deutschen Mitteln restauriert wird. (Beim Googeln fand ich diesen interessanten Bericht über eine deutsche Restauratorin, die an der Bewahrung des Wat beteiligt ist.)

Ayutthaya (37)

Der hohe Tempelturm ist eingerüstet.

Wat Mahathat

Dieses Heiligtum entstand bereits im 14. Jahrhundert. Hier befindet sich das beliebteste Fotomotiv von Ayutthaya: Ein Buddhakopf, eingewachsen in die Wurzeln eines Baums. Ein Hund hatte es sich dort gemütlich gemacht und ließ sich von der Touristenschar nicht stören, die sich hier zum Fotografieren versammelte.

Wat Phra Si Sanphet

Der Wat Phra Si Sanphet befindet sich auf dem Gelände des alten Königspalastes.Er galt als einer der schönsten Tempel von Ayutthaya.

Besonders eindrucksvoll sind hier die 3 Chedis (die allerdings 1956 wiederaufgebaut wurden, die urpsünglichen Chedis waren 1767 zerstört worden):

Ayutthaya (1)

Ayutthaya (3)

Eine Reise wert

Ayutthaya ist definitiv eine Reise wert. Wenn man sich Zeit nimmt und nicht nur einen Tagesausflug von Bangkok dorthin unternimmt, kann man viel entdecken und (allem Touristenandrang zum Trotz)  tief die Geschichte dieses altehrwürdigen Ortes eintauchen.

Zum Abschluss habe ich noch ein einen Lesetipp für euch, falls ihr noch ein wenig mehr über Ayutthaya erfahren wollt:

http://www.geo.de/GEO/reisen/reiseziele/thailand-ayutthaya-eine-stadt-wie-eine-insel-69670.html

 

 

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