Reise nach Kent: Canterbury & Co.

Mein Anglistenherz findet ja: England ist immer eine Reise wert! Anfang September hat es mich nach Kent verschlagen – und dorthin nehme ich euch nun mit!

Kathedrale von Canterbury, Kühe in Kent, Kreideklippen von Dover

Station 1: Canterbury – englisches Mittelalter pur

Als Ausgangspunkt hatten wir Canterbury gewählt, die (wenigstens offizielle) Heimat des anglikanischen Erzbischofs. Die Stadt ist nicht groß, besitzt aber mehrere Universitäten und Colleges.

altes-canterbury

Im Herzen der Stadt gibt es eine Menge historischer Häuser zu entdecken – und der Turm der Kathedrale spitzt regelmäßig irgendwo hervor.

Schon die Römer hatten sich hier, am Ufer des Flüsschens Stour, niedergelassen. Der Mönch Augustinus errichtete eine Abtei und gründete im Jahr 597 die „King’s School“, an der noch heute unterrichtet wird.

Das Zentrum ist teilweise im zweiten Weltkrieg während der sogenannten „Baedeker-Vergeltungsangriffe“ auf kulturell bedeutende Städte Englands zerstört worden.

Baedeker Angriff auf Canterbury - Überreste einer alten Kirche

Von einer alten Kirche am östlichen Ende der Highstreet stand nach dem Baedeker Blitz nur noch der Turm.

Doch viele alte Häuser und Klostergebäude sind noch erhalten und auch die Kathedrale steht nach wie vor in aller Erhabenheit im Herzen des von einer Mauer umfriedeten Kirchenareals, das auch die King’s School beherbergt. Bis heute zieht die Kathedrale von Canterbury Pilger an.

Weg zur Kathedrale von Canterbury

Der Turm der Kathedrale ist erhebt sich markant über den Gassen der Stadt. Das Cathedral Gate stammt aus dem frühen 16. Jahrhundert und gewährt Zutritt zum Areal der Kathedrale und der King’s School.

kathedrale-canterbury

Erhaben steht die Kathedrale von Canterbury da – aber ein bisschen Schmunzeln ist durchaus erlaubt…

Die Stadt selbst ist lebhaft; es gibt in der High Street und den Straßen und Gässchen, die von ihr abzweigen, eine Menge hübscher Cafés und Geschäfte. Nicht nur Touristen, auch sehr viele Engländer aus der näheren Umgebung haben Canterbury als Ausflugsziel und Shoppingparadies für sich entdeckt.

Ein Tipp: Macht eine Bootstour auf dem Flüsschen Stour – in rund 45 Minuten seht ihr die Stadt aus einer ganz anderen Perspektive und erfahrt ein paar interessanten Fakten und Anektoden aus der Geschichte Canterburys.

canterbury vom boot aus entdecken

Eine Bootsfahrt, die lustig…

Station 2: Die Gärten von Sissinghurst

Die Grafschaft Kent gilt traditionellerweise als „Garten Englands“, denn hier wird Hopfen, allerlei Obst und sogar Wein angebaut. Doch Kent könnte man auch als eine Grafschaft „der Gärten“ bezeichnen, schließlich findet man hier eine ganze Menge Schlösser und Landsitze mit sorgsam gehegten Ziergärten und Parkanlagen.

Einem besonders schönen und weltberühmten Garten Kents stattete ich auf meiner Reise einen Besuch ab: Sissinghurst Gardens.

Die Sissinghurst Gardens gehören zum gleichnamigen Schloss, oder bessergesagt, dessen Überresten. Die Autorin Vita Sackville-West und ihr Mann Harold Nicolson verliebten sich 1930 in das Anwesen und kauften es. In der Folgezeit legten sie einen eindrucksvollen Garten an, der quasi aus dem Nichts entstand.

Garten von Vita Sackville-West in Sissinghurst

Ein malerisches Gartenparadies, in dem Bauwerke und Pflanzungen wunderbar harmonieren!

Nun findet man dort zahlreiche „Gartenzimmer“ vor, von denen keines dem anderen gleicht: So gibt es einen Obstgarten, einen Kräutergarten, einen Rosengarten, den „weißen Garten“ mit ausschließlich weißblühenden Blumen…

white garden

Ganz in Weiß: Der Weiße Garten von Sissinghurst

Das Entrée bildet der Obere Hof, der durch den markanten Doppelturm vom Unteren Hof getrennt ist.

Malerin im Garten von Sissinghurst

Der Garten inspiriert auch Maler – wenig verwunderlich!

Schmucke Mauern aus roten Ziegeln umrahmen die kleinen Gärten und durch kleine Türen und Pforten tritt man hindurch in das nächste „Zimmer“.

Romantik in Sissinghurst

mauer und blumen

Mir gefiel Sissinghurst unglaublich gut und kann jedem, der etwas für Gärten und liebevoll angelegte Gartenanlagen übrig hat, einen Ausflug dorthin wärmstens empfehlen!

Station 3: Dover – Hafen & Kreidefelsen

Von der Stadt Dover selbst sahen wir nicht viel. Und was ich sah, enttäuschte mich eher: Dover wirkte etwas verschlafen, ja schäbig, ein Ort, der schon bessere Zeiten gesehen hat.

Dover Strand und Hafen

Der Stadtstrand von Dover. Im Hintergrund Burgberg und Fährhafen.

Zu Fuß geht es vom Zentrum an der Strandpromenade entlang in Richtung Kreidefelsen. Man muss die stark frequentierte Straße überqueren, die zum Fährhafen führt: Rund um die Uhr fahren hier Laster und PKW dicht an dicht, entweder auf dem Weg zur nächsten Fähre und nach Calais oder von dort herkommend. Am Fährhafen ist 24h Betrieb.

Hat man die Straße hinter sich, geht es an ein paar Wohnhäusern, die sich im Schatten des kreidefarbenen Felshangs aneinanderreihen, vorbei zu einem kleinen Weg, der bergauf führt und bald viele tolle Ausblicke bietet: auf das Kommen und Gehen im Hafen, auf das weite Meer und das europäische Festland in der Ferne und auf Dover Castle, eine mächtige alte Burg.

Blick auf den Hafen von Dover mit Fähren

Blick auf den Fährhafen von Dover: Hier herrscht rund um die Uhr reger Betrieb.

Die Kreidefelsen selbst kann man stundenlang entlangwandern. Schon die ersten Aussichtspunkte bieten einen tollen Blick auf die weißen Felswände. (Noch eindrucksvoller ist sicherlich eine Bootsfahrt entlang der Klippen, die in Dover angeboten werden).

weise-klippen-dover

Wanderung auf den „White Cliffs of Dover“

Kent ist aber nicht nur ein schönes Reiseziel für Natur- und Gartenliebhaber. Literaturinteressierte können hier etwa auf den Spuren von Charles Dickens wandeln. Doch dazu ein anders Mal mehr. 🙂

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